Randmaschen stricken – 5 verschiedene Techniken

verschiedene Formen von gestrickten RandmaschenWenn du in Reihen strickst, deine Strickarbeit also wendest und abwechselnd auf der Vorder- und der Rückseite arbeitest, wird dir zwangsläufig der Begriff „Randmasche“ begegnen. Aber was genau sind Randmaschen? Muss man sie stricken? Und wenn ja, wie? Ich zeige dir mehrere Möglichkeiten, wie du Randmaschen stricken kannst …

Was sind Randmaschen?

Jede Reihe beginnt und endet mit einer Masche. Diese erste und letzte Masche sind die Randmaschen. Eigentlich logisch, denn die Maschen am Anfang und am Ende bilden die Ränder deiner Strickarbeit. Alle Maschen dazwischen sind die Mustermaschen, die dein Strickstück ergeben.

Die Frage, ob du Randmaschen strickst, stellt sich damit eigentlich nicht. Randmaschen hast du beim Stricken in Reihen zwangsläufig und automatisch.

Dass Randmaschen beim Stricken trotzdem ein großes Thema sind, liegt daran, dass es verschiedene Arten von Strickrändern gibt. Sie bestimmen nicht nur die Optik, sondern erfüllen auch unterschiedliche Zwecke.

Möchtest du zum Beispiel einen dekorativen Abschluss an einer offenen Kante, eignen sich bestimmte Randmaschen besser. Andere Randmaschen hingegen bieten sich an, wenn du weitere Arbeitsschritte vorbereitest, etwa eine spätere Maschenaufnahme aus dem Rand oder das Zusammennähen deiner Strickstücke.

Randmaschen stricken – welcher Rand wofür?

Wie so oft beim Stricken hat gefühlt jeder seine eigene Technik, wie er Randmaschen arbeitet. Und mir ist aufgefallen, dass die Bezeichnungen der Ränder unterschiedlich verwendet werden. Ich nenne die Strickränder deshalb so, wie ich sie kenne – lass dich aber nicht verunsichern, wenn dir andere Namen geläufig sind.

Der Nahtrand

Der Nahtrand ist ein recht fester Rand, der über eine Reihe geht. Weil du die Randmaschen in jeder Reihe strickst, liegen die Querfäden zwischen den Randmaschen und den benachbarten Maschen dicht nebeneinander. Dadurch kannst du die Strickteile später gut zusammennähen.

Den Nahtrand strickst du so:

  • Hinreihen (Vorderseite): Die erste und die letzte Masche rechts stricken.
  • Rückreihen (Rückseite): Die erste und die letzte Masche links stricken.

Du strickst die Randmaschen somit glatt rechts.

Randmaschen als Nahtrand stricken

Der Kettrand

Der Kettrand lässt eine schöne Kette aus Vs entstehen. Weil die Randmaschen über zwei Reihen gehen, ist der Kettrand elastischer und lockerer als der Nahtrand. Er passt besonders gut zum glatt rechten Gestrick und zu Strickarbeiten, die wie zum Beispiel Tücher gespannt werden.

Um den Kettrand zu stricken, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich mache es so:

  • Hin- und Rückreihen: Die erste Masche wie zum Linksstricken abheben, mit dem Faden vor der Arbeit. Die letzte Masche rechts stricken.

Du kannst auch die erste Masche jeder Reihe rechts stricken und die letzte Masche mit dem Faden vor der Arbeit wie zum Linksstricken abheben. Ich mag das weniger, weil ich am Reihenbeginn lieber eine gestrickte Masche auf der Nadel habe, wenn ich nach einer Pause weitermache.

Eine weitere Variante ist, in den Hinreihen die erste Masche rechts verschränkt und die letzte Masche rechts zu stricken, während du in den Rückreihen beide Randmaschen mit dem Faden vor der Arbeit wie zum Linksstricken abhebst.

Kettrand beim Stricken

Der Knötchenrand

Der Knötchenrand ist ein fester und stabiler Rand. Durch die kleinen, charakteristischen Knoten sind die Maschen gut zu erkennen. Deshalb eignet sich dieser Rand, wenn du später Maschen aus der Kante aufnimmst. Außerdem ist er eine gute Wahl, wenn du kraus rechts strickst und der Rand genauso aussehen soll wie der Rest.

Der Knötchenrand geht so:

  • Hin- und Rückreihen: Die erste und die letzte Masche jeder Reihe rechts stricken.

Manchmal wird dieser Rand auch „doppelter Knötchenrand“ oder „doppelter Perlrand“ genannt. Dann ist mit dem (einfachen) Knötchenrand ein Strickrand gemeint, bei dem sich die Knötchen der Randmaschen auf zwei Reihen verteilen. Er wird so gestrickt:

  • Hin- und Rückreihen: Die erste Masche wie zum Rechtsstricken abheben, die letzte Masche rechts stricken.

Der Unterschied dieser beiden Versionen liegt also darin, ob du die erste Masche einer Reihe strickst oder nur abhebst.

Strickrand mit rechten Maschen

Der Schweizer Rand

Optisch sehr ähnlich, aber noch fester und stabiler als der Knötchenrand ist der Schweizer Rand. Er eignet sich gut, wenn du Strickteile im Patentmuster oder einem Rippenmuster zusammennähen willst. Neue Maschen kannst du aus diesem Rand aber nur schwer aufnehmen.

Beim Schweizer Rand werden die Randmaschen so gestrickt:

  • Hin- und Rückreihen: Die erste und die letzte Masche jeder Reihe links stricken.

Schweizer Rand stricken

Der I-Cord-Rand

Der I-Cord-Rand ist ein runder Zierrand. Die Maschen legen sich wie eine dünne Kordel um den Rand herum. Das sieht nicht nur schön aus, sondern verhindert bei glatt rechtem Gestrick auch, dass sich die Ränder unschön einrollen.

Den Rand kannst du über unterschiedlich viele Maschen stricken. Zwei Maschen müssen es mindestens sein. Damit wird die Kordel klein und schmal. Bei mehr Maschen wird sie breiter. Mehr als fünf Maschen würde ich aber nicht nehmen, sonst wird der Rand zu wulstig.

Ein guter Mittelwert ist ein I-Cord-Rand über drei Maschen. Er geht so:

  • Hinreihen: Die ersten drei Maschen rechts stricken. Die letzten drei Maschen nacheinander wie zum Linksstricken abheben, der Faden bleibt dabei hinter der Arbeit.
  • Rückreihen: Die ersten drei Maschen links stricken. Die letzten drei Maschen nacheinander mit dem Faden vor der Arbeit wie zum Linksstricken abheben.

Wenn du mit einer anderen Maschenzahl arbeitest, bleibt die Vorgehensweise gleich. Du passt nur die Anzahl deiner Randmaschen an.

gestrickter I-Cord-Rand

Wenn du diesen Rand strickst, kannst du die Maschen ruhig etwas lockerer stricken. Selbst wenn die erste Masche dann langgezogen wirkt, ist das später nicht zu sehen, aber der Rand bleibt dadurch elastischer. Und wundere dich nicht, wenn der Rand anfangs etwas seltsam aussieht. Nach ein paar Reihen wird er gleichmäßig.

Was steht in Anleitungen zu den Randmaschen?

In den meisten Anleitungen ist angegeben, wie die Randmaschen gestrickt werden. Außerdem wird erklärt, ob die Randmaschen zur Maschenzahl zählen oder ob du sie zusätzlich dazu anschlägst.

Solltest du keine Angaben dazu finden oder strickst du nach deiner eigenen Idee, suchst du dir einfach den Rand aus, der dir am besten gefällt und den Zweck erfüllt, den du brauchst.

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