Garnlänge für den Maschenanschlag richtig bestimmen – 3 Wege

Garnlänge MaschenanschlagSo ziemlich jedes Strickprojekt beginnt damit, Maschen anzuschlagen. Und solange es nur wenige Maschen sind, ist das auch kein Problem. Aber richtig nervig wird es, wenn du 100, 200 oder noch mehr Maschen anschlagen willst – und kurz vor Schluss feststellst, dass die Garnlänge doch zu kurz ist und du noch einmal von vorne anfangen musst.

Vermutlich ist das jedem, der strickt, schon passiert. Aber es gibt Möglichkeiten, wie du es verhindern kannst …

Variante 1: grob schätzen

Der einfachste Weg ist, ungefähr zu schätzen, wie lang der Anfangsfaden sein muss. Dafür orientierst du dich an der Breite deiner Strickarbeit und nimmst den Anfangsfaden etwa 2‑ bis 3‑mal so lang

Es kommt zwar immer auch darauf an, welches Garn du verwendest, welche Art von Anschlag du machst und wie fest du deine Maschen anschlägst. Aber in den meisten Fällen funktioniert diese Methode. Und abschneiden kannst du einen zu langen Anfangsfaden jederzeit.

Variante 2: die benötigte Garnlänge abmessen

20 oder 30 Maschen zu lösen und neu anzuschlagen, ist schnell gemacht. Sobald die Maschenzahl aber groß wird, ist es vielleicht besser, eine sicherere Methode anzuwenden. Dazu kannst du wie folgt vorgehen:

  • Lege Garn, Stricknadeln und eventuell ein Maßband bereit.
  • Nimm deine Stricknadel in die Hand – oder beide, wenn du den Maschenanschlag über zwei Nadeln machst.
  • Wickle dein Garn nun um die Stricknadeln herum.
    • Musst du z. B. 50 Maschen anschlagen, wickelst du das Garn 50-mal um die Nadeln.
    • Bei einer größeren Anzahl an Maschen reicht es aus, wenn du nur einen Teil wickelst, z. B. 20- oder 30-mal.
  • Halte den Faden nach der letzten Wicklung gut fest und zieh die Stricknadel wieder heraus. Jetzt weißt du, wie viel Garn du für diese Anzahl an Maschen brauchst.
    • Hast du die komplette Maschenzahl gewickelt, gibst du noch ein paar Zentimeter Garn zum späteren Vernähen dazu. Dann hast du den Startpunkt für den Maschenanschlag.
    • Hast du nur einen Teil der Maschen gewickelt, vervielfachst du entsprechend. Brauchst du z. B. 200 Maschen und hast den Faden 20-mal gewickelt, musst du die jetzige Fadenlänge verzehnfachen. Das kannst du von Hand machen oder mit dem Maßband abmessen. Auch hier versetzt du den Startpunkt dann noch um ein paar Zentimeter, damit du den Anfangsfaden später gut vernähen kannst.

Variante 3: mit 2 Fäden starten

Ganz ohne Abmessen klappt der Maschenanschlag, wenn du mit zwei Fäden startest. Dazu brauchst du beide Fadenenden – das, das außen liegt, und das im Inneren des Knäuels.

  • Lege die beiden Fäden aneinander und schlage eine erste Masche mit beiden Fäden an. Diese Masche zählt aber nicht mit! Sie dient nur zum Fixieren und wird später wieder gelöst.
  • Spreize die beiden Fäden und schlage damit ganz normal, so wie du es gewohnt bist, deine benötigte Anzahl an Maschen an.
  • Hast du alle Maschen auf der Nadel, kannst du einen Faden abschneiden – mit dem anderen strickst du weiter.
  • Die Anfangsschlinge, die aus zwei Fäden besteht, schiebst du einfach von der Nadel und löst sie auf. Bei einer Stricknadel mit zwei Spitzen kannst du das machen, bevor du mit dem Stricken beginnst. Ansonsten lässt du sie fallen, wenn du am Ende der ersten Reihe angekommen bist.

Der kleine Minuspunkt bei dieser Methode ist, dass du mehr Fäden vernähen musst. Denn du hast zwei Anfangsfäden und einen zusätzlichen Faden am Ende des Maschenanschlags. Aber dafür kannst du zu 100 % sicher sein, dass der Maschenanschlag nicht an einem zu kurzen Faden scheitert.

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