Irgendwann neigt sich jede Strickarbeit dem Ende zu. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Strickanleitungen mit einem kurzen Satz enden. Er lautet ungefähr so: „Alle Maschen abketten, den Faden abschneiden und durch die letzte Masche ziehen.“
Aber was genau heißt das eigentlich? Wie lang schneidest du den Faden ab? Wie ziehst du ihn durch die letzte Masche? Und was kannst du tun, wenn die letzte Masche zu groß aussieht? Ich erkläre es dir …
Den Endfaden abschneiden
Hast du deine Maschen abgekettet und nur noch die letzte Schlaufe auf der Nadel, schneidest du den Faden ab, der vom Knäuel kommt.
Schneide ihn aber nicht zu kurz ab – ungefähr 20 cm sind eine gute Länge. Denn so ist der Faden lang genug, um ihn sauber vernähen zu können, ohne dass er dir ständig aus dem Nadelöhr rutscht.
Nähst du später an dieser Stelle weiter – zum Beispiel um eine Seitennaht zu schließen, zwei Strickstücke zu verbinden oder einen Knopf an einer Blende anzunähen –, kannst du den Faden deutlich länger abschneiden. Dann kannst du nämlich direkt mit diesem Faden weiternähen. Dadurch sparst du dir sowohl das Vernähen des Endfadens als auch das Ansetzen eines neuen Fadens.
Den Faden durch die letzte Masche ziehen
Würdest du die letzte Masche nicht sichern, würde sich deine Strickarbeit wieder auflösen. Um das zu verhindern, ziehst du den Endfaden durch. Das geht so:
- Ziehe die letzte Schlaufe etwas größer.
- Nimm die Nadel aus der Schlaufe.
- Führe den Endfaden von links nach rechts durch die Schlaufe.
- Ziehe den Endfaden nach oben fest.

Auf diese Weise bildet sich ein kleiner Knoten, der die Masche sichert.
Eine langgezogene Masche kaschieren
Es kommt oft vor, dass die letzte Masche etwas lockerer wird und dadurch langgezogen aussieht. Bei Kanten, die später sowieso nicht zu sehen sind, ist das nicht weiter schlimm. Für einen schönen Abschluss an sichtbaren Kanten hingegen kannst du ein bisschen tricksen:
- Kette die Maschen ganz normal ab. Versuche aber, die letzte Masche möglichst wenig zu dehnen und fest zu stricken.
- Ziehe die letzte Schlaufe groß, nimm die Nadel heraus und führe den Faden durch die Schlaufe.
- Jetzt kommt der Trick: Lege die Schlaufe nach unten und zieh den Endfaden dann nach oben fest. Halte die Schlaufe dabei weiterhin mit den Fingern fest und forme sie so, dass sie über den Randmaschen liegen bleibt.

Dadurch legt sich die Schlaufe um die letzte Masche herum und kaschiert die langgezogenen Maschenglieder. Es macht nichts, wenn die letzte gestrickte Masche über die Endschlaufe hinausragt. Das fällt optisch nicht auf.
Den Faden wie beim Häkeln durch die letzte Masche ziehen
Manchmal stört der kleine Knoten, der entsteht, wenn du den Faden auf die klassische Art durch die letzte Schlaufe ziehst – zum Beispiel, wenn du mit einem sehr dicken Garn arbeitest oder die Abkettkante mit einer möglichst flachen Naht schließen willst.
Dann kannst du den Faden auch so durch die letzte Schlaufe ziehen, wie man es beim Häkeln macht:
- Ziehe die letzte Schlaufe mit der Nadel groß.
- Ziehe die Nadel so lange weiter nach oben, bis der Faden von selbst durch die Schlaufe gerutscht ist.

Bei dieser Methode ist die Schlaufe zwar gesichert, aber weniger fest als mit einem Knoten. Deshalb ist es wichtig, dass du den Endfaden anschließend gut vernähst.




