Ein St.-Martins-Umzug ohne Laternen ist undenkbar. Und es ist einfach schön zu sehen, wie die Kinder stolz ihre Laternen präsentieren – vor allem, wenn sie selbst daran mitgebastelt haben oder die kleinen Kunstwerke eigens für sie gestaltet wurden.
In dieser Anleitung zeige ich dir unsere diesjährige Laterne: einen Eisbären, gebastelt aus einem Karton und selbstgemachtem Transparentpapier.
Die Motive für den Bären findest du weiter unten als PDF-Vorlage zum Ausdrucken. Aber du kannst das Prinzip auch nur für die Grundform nehmen und die Laterne dann ganz individuell ausgestalten …
Die Materialien für die Laterne
- Kartonverpackung
- Kopierpapier
- Babyöl
- Farben zum Bemalen, zum Beispiel Acrylfarben, Wasserfarben, Buntstifte oder Filzstifte*
- Tonpapier*
- Klebstoff oder doppelseitiges Klebeband
- Laternenstab mit LED-Licht* und etwas Draht für die Halterung (wenn bei deinem Laternenstab keine Halterung dabei ist)
Als Werkzeuge kommen Lineal, Schere, Küchentücher und ein Bleistift dazu.
Ich habe die Laterne aus einem 1-kg-Paniermehl-Karton gebastelt, er war 23 cm × 12,5 cm × 7 cm groß. Je nachdem, wie groß du die Laterne möchtest und was du da hast, kannst du auch einen Karton von zum Beispiel Reis, Nudeln, Müsli oder einen gut ausgespülten Tetrapack nehmen.
Die Laterne basteln – Schritt für Schritt
Bevor die eigentliche Laterne entsteht, verwandelst du das Kopierpapier in Transparentpapier. Weil es etwas dauert, bis das Papier trocken ist, solltest du dafür ein paar Tage Vorlauf einplanen.
Schritt 1: DIY-Transparentpapier herstellen
Für das Transparentpapier, das später die Fenster der Laterne füllt, habe ich die Öltechnik angewendet. Ob du weißes oder farbiges Kopierpapier nimmst, bleibt dir überlassen – beides funktioniert. Du kannst das Papier vorher auch mit Buntstiften, Wasserfarben oder Filzstiften bemalen, wenn du möchtest. Für meine Laterne habe ich 2 Blätter Papier vorbereitet.
Leg dein Papier auf die Arbeitsfläche und benetze es gleichmäßig mit dem Öl. Ich nehme dafür einfach ein Stück Küchenrolle, das sich zusammenknülle. Du kannst natürlich auch einen Pinsel verwenden. Ölst du ein bemaltes Papier ein, würde ich empfehlen, auf der Rückseite zu arbeiten – dann besteht keine Gefahr, dass du das Bild aus Versehen verwischst.

Wenn du das Öl verteilst, siehst du schon, wie das Papier transparent wird. Trage nicht zu viel Öl auf – sonst hast du lauter Pfützen, die du wieder entfernen musst. Ist das Papier gleichmäßig getränkt, wischst du mit Küchentüchern darüber, um überschüssiges Öl aufzunehmen.
Das eingeölte Papier muss dann komplett durchtrocknen. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch – bei mir waren es 3 Tage.
Schritt 2: den Karton vorbereiten
Die eigentliche Laterne besteht aus dem Karton. Trenne dafür zuerst den Deckel des Kartons ab. Danach schneidest du aus dem Karton Fenster aus, damit die Laterne später auch schön leuchtet. Wie groß und in welchen Formen du die Fenster gestaltest, bleibt deinem Geschmack überlassen.
Ich habe mich für einfache Vierecke entschieden. Diese habe ich so groß angelegt, dass sie rundherum von einem 2 cm breiten Rand umgeben sind. An den beiden schmalen Seiten habe ich die Seitenränder nur 1 cm breit gemacht.
Anschließend habe ich den Karton rundherum mit Kopierpapier beklebt. Die Ausschnitte für die Fenster habe ich direkt vom Karton übertragen, aus dem Papier aber etwas kleiner ausgeschnitten. Dann habe ich die Ecken eingeschnitten, die Kanten umgeklappt und innen festgeklebt. So sehen die Schnittkanten sauberer aus. Außerdem ist der Untergrund schon weiß und du brauchst weniger Farbe, bis der Karton nicht mehr durchscheint.
Nun bemalst du den Karton in deinen Wunschtönen. Ich habe die Verpackung mit weißer Acrylfarbe bemalt – denn es sollte ja ein Eisbär werden.

Schritt 3: die Deko basteln
Für den Eisbären habe ich aus weißem Tonpapier je zweimal die Konturen vom Kopf, den Armen und den Füßen ausgeschnitten. Anschließend habe ich auf einen Kopf das Gesicht aufgezeichnet und mit schwarzem Filzstift ausgemalt. Auf die gleiche Art habe ich die Arme und die Füße gestaltet. Den zweiten Kopf habe ich so gelassen, wie er war – er wird nur der Hinterkopf.

Die Linien kannst du auf Tonpapier übertragen. Oder du lässt die Elemente auf dem Kopierpapier, malst sie aus und klebst sie anschließend auf die Konturen aus Tonpapier. Für den Hinterkopf kannst du den Kopf mit Gesicht einfach als Schablone verwenden und den Umriss nachfahren.
Aber natürlich muss es bei dir gar kein Eisbär werden – wenn du andere Farben verwendest, könnt ihr genauso einen Braunbären, einen Panda, einen Teddy oder einen Bären in den Lieblingsfarben deines Kindes gestalten.
Schritt 4: die Laterne zusammensetzen
Nachdem alle Einzelteile vorbereitet waren, wurde es Zeit, die Laterne zusammenzubauen:
- Das Transparentpapier so zuschneiden, dass die Vierecke rundherum ca. 1 cm größer sind als die Fenster. Dann das Papier von innen hinter die Fenster kleben.
- Auf der Vorderseite der Laterne den Kopf mit Gesicht, die Arme und die Füße ankleben.
- Auf der Rückseite den Hinterkopf deckungsgleich zur Vorderseite anbringen.

Du kannst deine Laterne natürlich noch weiter dekorieren, zum Beispiel mit einer Schleife, kleinen Sternen oder Herzchen.
Schritt 5: die Halterung anbringen
Um den Laternenstab zu befestigen, habe ich rechts und links kleine Löcher in die Laterne gestochen. Dann habe ich ein ca. 25 cm langes Stück Draht genommen und in der Mitte zu einer kleinen Schlaufe verzwirbelt. Den Draht habe ich zum Schluss in den Löchern befestigt. Damit ist die Laterne fertig und der St.-Martins-Umzug kann kommen!

Übrigens: Damit ihr länger etwas von der Laterne habt, könnt ihr sie zu Hause hinstellen oder aufhängen, zum Beispiel im Kinderzimmer oder im Eingangsbereich. Ersetzt ihr den Laternenstab durch eine Lichterkette oder LED-Teelichter* (keine echten Kerzen, da Papier!), entsteht eine tolle Deko, die euch durch die dunkle Jahreszeit begleitet.

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