Maschen zunehmen beim Stricken – 3 ½ Möglichkeiten

Schlägst du eine bestimmte Anzahl an Maschen an und strickst diese die ganze Zeit über, bleibt deine Strickarbeit gerade. Nun kann es aber sein, dass dein Projekt breiter werden soll oder du an bestimmten Stellen mehr Maschen brauchst. In solchen Fällen nimmst du Maschen zu.

Für die Zunahmen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich zeige dir die Methoden, die ich am häufigsten anwende. Dabei bleibe ich bei rechten Maschen – einfach deshalb, weil man seltener aus linken Maschen neue Maschen bildet …

Zunahmen durch Umschläge

Umschlag stricken

  • Stricke bis zu der Stelle, an der die neue Masche entstehen soll.
  • Mache einen Umschlag. Lege dafür den Faden einmal von vorne nach hinten um die rechte Nadel. Danach strickst du ganz normal weiter.
  • In der Rückreihe behandelst du den Umschlag wie eine Masche, strickst ihn also als eine Masche ab.

Wenn du den Umschlag ganz normal rechts oder links abstrickst, hast du zwar eine neue Masche. Allerdings entsteht so auch ein kleines Loch. Bei Lochmustern ist das gewünscht.

Soll die Zunahme aber nicht sichtbar sein und kein Loch bilden, musst du den Umschlag verschränkt abstricken. Verschränkt bedeutet, dass du nicht vorne, sondern hinten (auf der Rückseite der Nadel) in die Masche einstichst.

Bei Zunahmen durch Umschläge können die Maschen etwas lockerer werden. Ich persönlich nehme Maschen nur dann so zu, wenn ich in Runden stricke und keine links verschränkten Maschen brauche – denn mit denen stehe ich auf Kriegsfuß.

Zunahmen durch Herausstricken

Nimmst du Maschen durch Herausstricken zu, verdoppelst du eine Masche. Denn du strickst diese Masche im Prinzip zweimal. Das heißt:

  • Stricke die Masche an der Zunahmestelle.
  • Lass diese Masche aber noch nicht von der linken Nadel gleiten, sondern behalte sie auf der Nadel.
  • Steche ein weiteres Mal in diese Masche ein, jetzt aber ins hintere Maschenglied auf der Rückseite.
  • Stricke die Masche nun verschränkt ab.
  • Erst jetzt lässt du die ursprüngliche Masche von der linken Nadel gleiten.
  • So entsteht eine unauffällige, kompakte Zunahme.

Diese Methode kannst du auch anwenden, wenn du zwei oder mehr Maschen auf einmal zunehmen willst. In diesem Fall strickst du dieselbe Masche mehrfach, und zwar immer abwechselnd normal und verschränkt.

Zunahmen aus dem Querfaden

Als dritte Methode kannst du Maschen aus dem Querfaden zunehmen. Das ist der kleine Faden, der waagerecht zwischen zwei Maschen verläuft.

Je nachdem, wie du den Querfaden auf die Nadel nimmst und abstrickst, ergibt sich eine nach rechts oder nach links geneigte Zunahme (deshalb 3 ½ Möglichkeiten).

Rechts geneigte Zunahme

  • Steche mit der linken Nadelspitze von hinten nach vorne unter dem Querfaden ein.
  • Leg ihn auf die linke Nadel.
  • Stricke diese Schlinge rechts ab.

Links geneigte Zunahme

  • Steche mit der linken Nadelspitze von vorne nach hinten unter dem Querfaden ein.
  • Leg ihn auf die linke Nadel.
  • Stricke diese Schlinge rechts verschränkt ab.

Diese Art der Maschenzunahme wirkt besonders schön, wenn du immer an der gleichen Stelle zunimmst, zum Beispiel bei einer Raglanlinie oder einem Dreieckstuch. Denn die neuen Maschen laufen dann gleichmäßig nach rechts oder links von der Zunahmestelle weg.

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