Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Windlichter einfach total gerne. Denn sie zaubern so schöne Lichtspiele. Und auch im Hellen, wenn sie nicht leuchten, sorgen sie für eine Deko, die echte Gemütlichkeit ausstrahlt.
In anderen Beiträgen habe ich dir schon ein Windlicht mit einem Körbchen aus Schnur und eine gehäkelte Version gezeigt. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du ein Windlicht mit einer Hülle mit Lochmuster stricken kannst …
Die benötigten Materialien
- Garn nach Wunsch
- Nadelspiel*
- Einmachglas oder anderes Glasgefäß
- Schere und Vernähnadel
- optional: Band oder Schnur
Ich habe für mein Windlicht ein großes Schraubglas verwendet. Es ist 16 cm hoch und hat am Boden einen Durchmesser von 9 cm. Gestrickt habe ich mit Baumwollgarn (Lauflänge 125 m pro 50 g)* und Nadelgröße 3,5. Dabei habe ich mit einem kurzen Nadelspiel begonnen und bin später zu längeren Nadeln gewechselt. Für das Windlicht habe ich etwas mehr als ein halbes Knäuel verbraucht.
Du kannst aber natürlich auch ein anderes Garn verwenden – eine tolle Auswahl an verschiedensten Garnen findest du hier*. Und wenn du lieber mit einer Rundstricknadel und dem Magic Loop strickst, ist das genauso möglich.
Das Windlicht stricken – so geht’s
Das Windlicht arbeitest du in Runden. So hast du direkt eine Hülle ohne Seitennaht. Dabei beginnst du mit dem Boden und strickst dann von unten nach oben weiter.
Anders als sonst brauchst du dafür nicht unbedingt eine Maschenprobe – denn du kannst zwischendurch testen, ob die Größe passt. Es sei denn, du möchtest vorher ausprobieren, wie das Lochmuster mit deinem Garn wirkt.
Der Boden
Für den Boden nimmst du gleichmäßig Maschen zu, bis der benötigte Durchmesser erreicht ist. Um Maschen zuzunehmen, machst du einfach einen Umschlag. In der nächsten Runde strickst du den Umschlag rechts ab. So entsteht auch am Boden ein kleines Lochmuster. (Wenn du die Löcher nicht möchtest, kannst du die Umschläge rechts verschränkt stricken.)
Ob du auf 3 oder 4 Nadeln strickst, bleibt deinem Geschmack überlassen. Ich habe über 3 Nadeln gestrickt – aber mach du es so, wie es für dich einfacher ist.
Schlage 12 Maschen an und verteile sie auf deine Nadeln. Lass den Anfangsfaden dabei ruhig länger – dann kannst du damit später das Loch in der Mitte schließen. Nun strickst du so:
- 2 Runden rechts
- 1. Zunahmerunde: *1 Masche rechts – 1 Umschlag* = 24 Maschen
- 2 Runden rechts
- 2. Zunahmerunde: *1 Masche rechts – 1 Umschlag – 3 Maschen rechts – 1 Umschlag* = 36 Maschen
- 2 Runden rechts
- 3. Zunahmerunde: *1 Masche rechts – 1 Umschlag – 5 Maschen rechts – 1 Umschlag* = 48 Maschen
- 2 Runden rechts
- 4. Zunahmerunde: *1 Masche rechts – 1 Umschlag – 7 Maschen rechts – 1 Umschlag* = 60 Maschen
- 2 Runden rechts
Dieses Schema setzt du fort, bis der notwendige Durchmesser erreicht ist. In den folgenden Zunahmerunden strickst du also erst 9, dann 11, danach 13 Maschen usw. zwischen den Umschlägen, jeweils mit 2 Zwischenrunden über alle Maschen.
Die Größe passt, wenn deine Strickarbeit den Boden straff gespannt gerade so bedeckt. Denn die Hülle soll später eng um das Glas sitzen und das Lochmuster dehnt sich noch. Leg deine Arbeit zum Messen am besten so auf den Glasboden, dass sich das Loch in der Mitte befindet, und ziehe sie fest zum Rand hin.
Ich habe bei meinem Glas 4 Zunahmerunden gestrickt. Dadurch war die Strickarbeit nach den 2 Zwischenrunden ca. 3,5 cm hoch.

Der Übergang
Damit ein schöner Übergang zwischen dem Glasboden und der Glaswand entsteht, strickst du nun 2 Runden links über alle Maschen.

Die Seitenwand mit Lochmuster
Das Strickmuster für die Seitenwand ist ein Lochmuster. Es besteht aus 4 Runden und ein Rapport geht über 4 Maschen:
- Runde 1: *1 Masche rechts – 1 Umschlag – 3 Maschen rechts – 1 Umschlag*
- Runde 2: alle Maschen rechts
- Runde 3: *2 Maschen rechts – 3 Maschen überzogen zusammenstricken – 1 Masche rechts*
- Runde 4: alle Maschen rechts
Hier das Lochmuster noch einmal als Strickschrift (mit 2 Rapporten):

Nach der ersten Musterrunde hast du mehr Maschen auf der Nadel. Durch die dritte Musterrunde gleicht sich die Maschenzahl wieder aus.
In dem Lochmuster strickst du nun rundherum, bis dir zum Glasrand noch ca. 1 cm fehlt – oder bis zu deiner gewünschten Höhe. Ziehe beim Testen das Strickstück ruhig kräftig auseinander, damit das Lochmuster gut zur Geltung kommt.
Bei mir ist dieser Teil ungedehnt ca. 10 cm hoch.

Der Rand
Damit die Hülle nicht herunterrutscht, auch wenn das Glas nach oben hin schmaler wird, habe ich mir als Abschluss einen Rand mit einer Lochreihe überlegt. Diesen strickst du so:
- 1 Runde rechts über alle Maschen
- Runde mit Lochreihe: *2 Maschen rechts zusammenstricken – 1 Umschlag – 2 Maschen rechts*
- 2 Runden rechts
Nach der letzten Runde kannst du alle Maschen abketten und den Faden abschneiden.

Das Windlicht fertigstellen
Am Boden hast du ein Loch, das beim Anschlagen der Maschen entstanden ist. Dieses Loch kannst du jetzt mit dem Anfangsfaden zusammenziehen. Drehe die Arbeit dafür auf die linke Seite, hol dir den Anfangsfaden nach innen und fädle ihn auf die Vernähnadel auf.
Steche dann rundherum von vorne nach hinten und von hinten nach vorne am Rand entlang ein. Wenn du wieder am Anfang angekommen bist, kannst du den Faden anziehen und das Ende anschließend im Gestrick vernähen.

Den Endfaden am oberen Rand vernähst du ebenfalls.
Fädle anschließend ein Band oder eine Schnur durch die Lochreihe. Ich habe zum Zusammenbinden eine Kordel genommen, die ich aus zwei Strängen des Baumwollgarns gedreht habe.
Jetzt kannst du deine gestrickte Hülle über das Glas ziehen. Dann fehlt nur noch ein Teelicht oder eine Kerze – und dein gestricktes Windlicht ist fertig!

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