Stricken – die wichtigsten Grundlagen schnell erklärt

Rund ums Stricken gibt es soooo viel zu erzählen – über Techniken, Maschen und Muster, Tricks und Kniffe. Nicht umsonst ist es Thema unzähliger Bücher, Webseiten und Videos.

Aber für den Anfang brauchst du vieles davon nicht. Mit ein paar Grundtechniken kannst du schon die meisten Projekte umsetzen, ohne dass dich die Fülle an Informationen erschlägt. Alles andere kommt ganz automatisch mit der Zeit.

Ich selbst stricke schon seit Ewigkeiten – und weiß vieles nicht und merke mir auch nicht alles. Wenn ich für ein Strickprojekt eine besondere Technik brauche oder einen Fehler gemacht habe und festhänge, schaue ich erst dann ganz gezielt nach. Denn am Ende soll Stricken ja Spaß machen – und nicht zu einer hochkomplexen Wissenschaft werden …

Die allerwichtigsten Basics sind der Maschenanschlag, rechte und linke Maschen sowie das Abketten. Lass uns damit beginnen!

Maschen anschlagen

Im allerersten Schritt müssen die Maschen auf die Nadel. Das ist der Maschenanschlag. Dafür wickelst du zunächst Garn ab, damit du genug Faden für die Maschen hast.

Ich empfehle, über zwei Stricknadeln anzuschlagen. Die Kante wird dadurch elastischer und die Maschen lassen sich später leichter abstricken. Schlägst du nur über eine Nadel an und ziehst die Maschen fest, können sie so eng werden, dass du kaum noch hineinkommst.

Die Anfangsschlinge

Für die Anfangsschlinge kannst du zwar die klassische Variante über Kreuz wählen. Es geht aber auch einfacher:

  • Lege das Garn zu einer Schlaufe.
  • Führe den Faden, der vom Knäuel kommt, hinter die Schlaufe.
  • Schiebe die Stricknadeln unter den Faden hinter der Schlaufe.
  • Lass die Schlaufe los und ziehe an beiden Fäden, bis die Anfangsschlinge direkt unterhalb der Stricknadeln sitzt.

Anfangsschlinge beim Stricken

Der Kreuzanschlag

Um alle weiteren Maschen anzuschlagen, gibt es verschiedene Methoden. Eine der gängigsten Varianten ist aber der Kreuzanschlag. Er geht so:

  • Spreize die beiden Fäden – der Faden vom Knäuel läuft über deinen Zeigefinger, der Endfaden über deinen Daumen. Halte die Fäden mit den anderen Fingern fest, damit die Fäden über deinen Fingern leicht gespannt sind.
  • Ziehe die Stricknadeln nach unten, bis sich die Fäden vor dem Daumen kreuzen.
  • Schiebe die Nadelspitzen von unten in die Daumenschlinge.
  • Führe die Nadelspitzen von vorne nach hinten um den Faden vom Zeigefinger und von oben nach unten wieder zurück durch die Daumenschlinge.
  • Nimm den Daumen aus der Schlinge und zieh den Endfaden mit dem Daumen fest.

So schlägst du alle Maschen an, die du brauchst. Danach ziehst du eine der beiden Nadeln heraus – und es kann losgehen.

Dabei befinden sich deine Maschen auf der linken Nadel und beim Stricken überträgst du sie auf die rechte Nadel.

Rechte Maschen stricken

Rechte Maschen gehören zu den absoluten Grundlagen. Zusammen mit linken Maschen bilden sie die Basis für alle Stricktechniken und -muster. Eine rechte Masche strickst du so:

  • Steche mit der rechten Nadel vorne von unten nach oben in die erste Masche auf der linken Nadel ein. Der Faden liegt dabei hinter der Arbeit.
  • Führe die Nadel von rechts nach links um den Faden herum und zieh ihn durch die Masche.
  • Lasse die Masche von der linken Nadel gleiten und zieh den Faden leicht an.

Strickst du alle Maschen in den Hin- und den Rückreihen als rechte Maschen, ergibt sich ein Muster mit kleinen Querrippchen. Dieses Muster nennt sich kraus rechts. Strickst du hingegen nur in den Hinreihen rechte Maschen und in den Rückreihen linke Maschen, ist das Maschenbild glatt rechts. Es hat die Querrippchen auf der Rückseite, während vorne kleine Vs entstehen.

Linke Maschen stricken

Bei linken Maschen liegt der Faden vor der Arbeit. Die Masche strickst du dann so:

  • Steche mit der rechten Nadel von rechts nach links in die erste Masche auf der linken Nadel ein.
  • Leg den Faden gegen den Uhrzeigersinn um die Nadel herum und ziehe ihn als Schlinge durch die Masche. Ich fixiere dabei den Faden mit dem Daumen der rechten Hand – so lässt er sich besser durch die Masche ziehen.
  • Lass die Masche von der linken Nadel gleiten.

Diese Methode ist die klassische, kontinentale Variante. Du kannst linke Maschen aber auch nordisch stricken.

Maschen abketten

Hast du deine Strickarbeit beendet, kettest du die Maschen ab. Dadurch sind sie gesichert und lösen sich nicht wieder auf. Eine gängige Form vom Abketten geht so:

  • Stricke die erste und die zweite Masche auf der linken Nadel rechts ab.
  • Ziehe nun die hintere Masche auf der rechten Nadel mithilfe der linken Nadelspitze über die vordere Masche und lass sie von der Nadel fallen.
  • Stricke die nächste Masche auf der linken Nadel rechts, sodass du wieder zwei Maschen auf der rechten Nadel hast.
  • Hebe erneut die hintere Masche auf der rechten Nadel über die vordere und lass sie fallen.

Das wiederholst du, bis nur noch eine Masche übrig ist. Dann schneidest du den Faden ab, führst ihn durch die letzte Masche und ziehst ihn gut fest.

Wichtig beim Abketten ist, möglichst locker zu stricken, damit die Kante nicht zu stramm wird. Du kannst fürs Abketten aber auch eine etwas dickere Nadel verwenden – dann werden die Maschen automatisch lockerer.

Es gibt zwar noch einige andere Dinge, die wichtig sind – Randmaschen, Umschläge oder Zu- und Abnahmen zum Beispiel. Aber wenn du weißt, wie du Maschen anschlägst, rechts oder links strickst und abkettest, hast du schon das Handwerkszeug für viele Strickprojekte.
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