Sommertop stricken – einfache Anleitung mit luftigem Lochmuster

luftiges Sommertop mit LochmusterIch wollte ein Sommertop haben, das ich schnell überziehen kann, wenn ich zum Beispiel am Strand oder im Schwimmbad bin. Dabei sollte das Top locker sitzen und möglichst schlicht geschnitten sein.

Im Internet habe ich verschiedene Anleitungen gefunden. Allerdings waren die Tops alle gehäkelt. So eine große Häkelarbeit, dazu noch in Reihen, habe ich mir nicht zugetraut. Deshalb habe ich die Grundidee einfach auf ein Strickprojekt übertragen.

Ich zeige dir, wie ich vorgegangen bin – und wie du das Top ganz easy nacharbeiten kannst …

Das Material für das Stricktop

  • Garn
  • Rundstricknadel mit 60 oder 80 cm langem Seil
  • Maßband, Schere und Wollnähnadel
  • Stecknadeln oder Klammern

Für ein luftiges Sommertop eignet sich ein leichtes Sommergarn natürlich am besten, zum Beispiel aus Baumwolle oder etwas in dieser Art*. Ich habe mit einem Mikrofasergarn (Lauflänge 108 m pro 50 g) und Nadelgröße 4 gearbeitet.

Die Menge an Garn hängt davon ab, wie groß und wie lang du dein Top strickst. Auf der Banderole ist meistens angegeben, wie viel Garn du für einen Pullover in der genannten Größe (meist 38) brauchst. An dieser Angabe kannst du dich grob orientieren und ungefähr ein Drittel abziehen, wenn dein Top so groß oder kleiner wird (weil die Ärmel ja wegfallen). Andersherum fügst du 2, 3 Knäuel hinzu, wenn du eine sehr große Größe arbeitest.

Die Rundstricknadel mit langem Seil brauchst du, weil du ziemlich viele Maschen anschlägst. Auf normalen Stricknadeln würde der Platz zu knapp werden.

So nimmst du Maß für dein Top

Das gestrickte Top ist supereinfach konstruiert: Es besteht aus zwei gleich großen, langen Rechtecken, die später zusammengenäht werden. Auf diese Weise ergibt sich ein kastiges Oberteil mit V-Ausschnitt vorne und hinten.

Du brauchst für dein Top nur zwei Maße: einmal die Länge und einmal die Breite.

Schnittmuster und Maße für das Stricktop

Die Länge

Für die Länge misst du ab der Schulter bis zu dem Punkt, an dem dein Top enden soll. Mein Top endet vorne ungefähr auf Hüfthöhe, hinten ist es etwas länger. Du kannst dein Stricktop aber auch als kurzes Crop-Top oder als kürzere Bluse arbeiten. Und selbstverständlich kannst du es vorne und hinten auf gleicher Höhe enden lassen.

Hast du die gewünschte Länge vorne ermittelt, verdoppelst du diesen Wert (und fügst ein paar Zentimeter dazu, wenn dein Rückenteil länger werden soll). Denn Vorder- und Rückenteil werden an einem Stück gestrickt.

Die Breite

Für die Breite misst du deinen Brustumfang und teilst diesen Wert durch 4. Für etwas mehr Bewegungsfreiraum addierst du 1 bis 4 Zentimeter dazu – je nachdem, wie locker dein Top sitzen soll.

Generell brauchst du beim Messen die weiteste Stelle. Ist z. B. dein Bauchumfang deutlich größer als dein Brustumfang, messe dort.

Das Strickmuster für das Sommertop

Ich habe mein Sommertop mit einem Lochmuster gearbeitet. Dieses Lochmuster sieht toll aus, ist gleichzeitig aber sehr einfach zu stricken. Denn es besteht nur aus rechten Maschen, linken Maschen und Umschlägen. Ein Mustersatz geht über 7 Maschen und 4 Reihen:

  • 1. Reihe (Hinreihe, Vorderseite): 2 Maschen links, 2 Maschen rechts, 1 Umschlag, 1 Masche rechts, 1 Masche überzogen zusammenstricken (= 1 Masche wie zum Rechtsstricken abheben, die nächste Masche rechts stricken, die abgehobene Masche über die gestrickte Masche ziehen)
  • 2. Reihe (Rückreihe, Rückseite): 5 Maschen links, 2 Maschen rechts
  • 3. Reihe: 2 Maschen links, 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Masche rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen rechts
  • 4. Reihe: 5 Maschen links, 2 Maschen rechts

Diese 4 Reihen wiederholst du die ganze Zeit über. Hier auch die Strickschrift dazu:

Strickschrift für das Lochmuster zum Sommertop

So strickst du die beiden Rechtecke für dein Top

Bei diesem Strickprojekt ist eine Maschenprobe sehr wichtig. Denn du musst wissen, wie viele Maschen du in der Breite brauchst. Das stellt sicher, dass dein Top später die gewünschte Länge hat. Die Anzahl der Reihen ist nicht ganz so wichtig – hier kannst du beim Stricken nachjustieren.

Stricke die Maschenprobe im Lochmuster, zum Beispiel über 4 Mustersätze, also 28 Maschen. Danach kannst du dein Probestück leicht gespannt ausmessen. Diesen Wert multiplizierst du mit der Länge für dein Rechteck. Anschließend passt du deine Maschenzahl so an, dass sie durch 7 teilbar ist, und addierst 2 Randmaschen. Das ist die Zahl an Maschen, die du anschlagen musst.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel

Angenommen, dein Top soll 55 cm lang werden. Die Gesamtlänge des Rechtecks wäre damit 110 cm. Für 10 cm im Lochmuster brauchst du 23 Maschen. Also rechnest du:

23 Maschen × 110 cm : 10 = 253 Maschen

Weil 253 Maschen nicht durch 7 teilbar sind, rundest du auf 252 Maschen ab. Dazu kommen 2 Randmaschen. Du würdest also mit 254 Maschen starten.

Das erste Rechteck für das Sommertop stricken

Für das erste Rechteck schlägst du die ausgerechnete Maschenzahl an. Danach strickst du 1 Randmasche, die Mustersätze aus je 7 Maschen und die letzte Masche wieder als Randmasche.

Ich stricke meine Randmaschen immer so: die erste Masche wie zum Linksstricken abheben (mit Faden vorne), die letzte Masche rechts. Das bleibt in allen Reihen gleich. Du kannst die beiden Randmaschen aber auch in allen Hin- und Rückreihen einfach rechts stricken.

Die 4 Musterreihen strickst du so lange, bis die Höhe deines Rechtecks der gewünschten Breite entspricht (in meinem Fall waren das ca. 20 cm). Und ja, die Reihen sind sehr lang. Aber sieh es so: Mit einem Rechteck hast du schon das halbe Vorder- und Rückenteil – und damit die Hälfte deines ganzen Tops.

Dann kettest du die Maschen ab. Ich habe dafür eine etwas größere Stricknadel verwendet, damit die Kante so elastisch bleibt wie das gerippte Lochmuster. Wenn du den Faden großzügig abschneidest, kannst du später damit weiternähen.

Ist ein Rechteck fertig, strickst du exakt das gleiche Rechteck noch einmal.

Sommertop stricken

Aus den beiden Rechtecken wird ein Top

Damit aus den langen gestrickten Streifen ein Top wird, werden sie zusammengenäht. Mein Tipp: Befeuchte die Strickarbeit davor einmal gut und lass sie trocknen. Denn beim Waschen geht das Lochmuster etwas auf. Dadurch kann sich die Größe deiner Streifen verändern.

Falte die beiden gestrickten Teile der Länge nach zusammen und lege sie mit den Abkettkanten aneinander. Stecke die Strickteile zusammen und messe dann ab, wie tief du die Ausschnitte vorne und hinten und wie weit du die Armlöcher haben willst. Diese vier Stellen markierst du dir.

Ich habe die Stellen nur ganz grob abgemessen, das Top zwischendurch immer wieder übergezogen und dann entschieden, ob ich noch weiter nähe. (Am Ende wurde mein Vorderausschnitt 18 cm tief, der Rückenausschnitt 24 cm und die Armlöcher 22 cm.)

Schließe zuerst die Mittelnaht vorne bis zur gewünschten Höhe, danach die Mittelnaht auf dem Rücken. Anschließend nähst du die beiden Seiten zu.

Zum Nähen habe ich die Strickarbeit links auf links gelegt, also richtig herum mit den Vorderseiten nach außen. Für die Nähte in der Mitte habe ich den Matratzenstich verwendet, an den Seiten einen einfachen Überwendlichstich durch die äußeren Maschenglieder der Anschlagskante. Zum Schluss noch verbliebene Fäden vernähen – und dein Top ist fertig!

gestricktes Top zusammennähen

gestricktes Top von vorne und hinten

Mögliche Variationen des Stricktops

Du hast viele Möglichkeiten, wie du das Stricktop ganz nach deinem Geschmack abwandeln kannst:

Anderes Muster

Ist dir das Lochmuster so zu luftig, kannst du nur ein paar Mustersätze arbeiten und die anderen Maschen dazwischen glatt rechts stricken. Füge dann aber nach einem Mustersatz 2 linke Maschen hinzu, damit sich der Lochmusterstreifen schön abhebt. Und selbstverständlich kannst du auch ein ganz anderes Muster auswählen.

Längs stricken

Grundsätzlich kannst du die Rechtecke für das Sommertop auch von der kurzen Seite her stricken. Allerdings verlaufen die Maschen dann vorne und hinten nicht in die gleiche Richtung. Wenn dich das nicht stört – kein Problem. Ansonsten kannst du das Top in vier Teilen arbeiten und die Rechtecke zusätzlich an den Schultern miteinander verbinden.

Andere Nähte

Nähst du deine Stricksachen sonst anders zusammen, kannst du natürlich deine gewohnte Naht arbeiten. Genauso ist möglich, die Rechtecke zusammenzuhäkeln – schlicht und funktional oder mit einem zusätzlichen Muster.

Ergänzungen

Du kannst das Top als Basis nutzen und weiter ausarbeiten, zum Beispiel so:

  • Durch einen eingezogenen Faden kannst du die Schultern raffen.
  • Du kannst am Saum Maschen aufnehmen und ein Bündchen anstricken.
  • Nimmst du rund um das Armloch Maschen auf, kannst du Ärmel anfügen.
  • Den Halsausschnitt kannst du ebenfalls mit einem Bündchen einfassen.

Der einfache Grundschnitt lässt dir viel Spielraum für deine Ideen …

 

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