Ein Traumfänger ist eine schöne Deko, die du übers Bett, das Sofa oder ins Fenster hängen kannst. Aber er hat auch eine tiefere Bedeutung: Der Legende nach verfangen sich böse Träume im Netz und am nächsten Morgen löst das Tageslicht sie auf. Die guten Träume gleiten an den Bändern zum Schlafenden herunter. Ich finde diese Vorstellung schön …
Die klassische Methode ist, das Netz aus Schnur zu knüpfen. Aber ein gehäkeltes Netz sieht mindestens genauso toll aus und bekommt einen ganz eigenen Charakter. Und eine Idee, wie du ganz einfach dein ganz persönliches Hilfsmittel für erholsame Nächte mit schönen Träumen häkeln kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag.
Die Materialien für einen Traumfänger
- Garn und dazu passende Häkelnadel
- Schere und Wollnähnadel
- Ring in der gewünschten Größe
- Schnüre, Bänder, Perlen, Federn und alles, was du an den Traumfänger binden möchtest
Als Garn eignet sich ein Baumwoll- oder Acrylgarn. Du brauchst nur wenig davon – deshalb kannst du ruhig zu Resten greifen.
Der Ring kann aus Holz, Metall oder Kunststoff sein. Du kannst auch einen dicken, stabilen Draht in Form biegen oder den Ring sogar aus Pappe ausschneiden. Ich hatte einen Ring von einer Rankhilfe übrig, den ich verwertet habe. Den Ring habe ich mit dem Garn umwickelt, mit dem ich das Netz gehäkelt hatte.
Das Netz für den Traumfänger häkeln – Schritt für Schritt
Mir persönlich gefällt es besser, wenn das Netz nicht ganz schlicht ist. Deshalb habe ich in der Mitte ein kleines Ornament eingearbeitet. Insgesamt besteht mein Netz aus 8 Runden. Je nach Größe deines Rings und deinem Garn können es bei dir aber mehr oder weniger Runden werden.
Runde 1
Dann häkelst du 4 Luftmaschen. Sie zählen als 1 Stäbchen + 1 Luftmasche. Danach arbeitest du 7-mal je 1 Stäbchen + 1 Luftmasche in den Ring.
Zählst du die Luftmaschen vom Anfang mit, hast du so insgesamt 8 Stäbchen mit Luftmaschen dazwischen. Beende die Runde mit einer Kettmasche in die 3. Anfangsluftmasche.
Runde 2
Beginne mit 8 Luftmaschen. Sie zählen als 1 Stäbchen + 5 Luftmaschen. Häkle anschließend 1 Stäbchen um die Luftmasche der Vorrunde, also in die Lücke zwischen den beiden Stäbchen. Danach folgen 5 Luftmaschen.
Die Abfolge aus 1 Stäbchen + 5 Luftmaschen wiederholst du noch 6-mal, sodass du am Ende 8 Bögen hast. Beende die Runde mit einer Kettmasche in die 3. Luftmasche vom Anfang.
Runde 3
Nun machst du erst eine Kettmasche, um in den ersten Luftmaschenbogen zu kommen. Dann häkelst du 5 Luftmaschen, gefolgt von 1 festen Masche in den nächsten Luftmaschenbogen. Das wiederholst du rundherum. Um die Runde zu beenden, häkelst du 1 Kettmasche in die 1. Luftmasche.
Runde 4
In dieser Runde startest du wieder mit einer Kettmasche, um in den Luftmaschenbogen zu kommen. Dann häkelst du 3 Luftmaschen, 2 Stäbchen, 3 Luftmaschen + 3 Stäbchen in diesen Bogen.
Um alle anderen Bögen häkelst du 3 Stäbchen, 3 Luftmaschen + 3 Stäbchen. Mit einer Kettmasche in die 3. Luftmasche vom Anfang schließt du die Runde ab.
Runde 5
Jetzt häkelst du eine Umrandung, an die sich später das Netz anschließt. Dafür arbeitest du zuerst 2 Kettmaschen zwischen die Stäbchen und 1 weitere Kettmasche in die Spitze zwischen den Stäbchengruppen.
Nun folgen: *4 Luftmaschen – 1 Stäbchen zwischen die Stäbchengruppen – 4 Luftmaschen – 1 feste Masche in die Spitze*. Die Abfolge zwischen den * wiederholst du rundherum. Schließe die Runde mit 4 Luftmaschen und einer Kettmasche in die Masche vor dem Luftmaschenbogen.

Runde 6 und alle weiteren Runden
Das Netzmuster besteht nur aus Luftmaschen und festen Maschen.
Du startest mit 1 Kettmasche, um in den Luftmaschenbogen zu kommen. Dann häkelst du immer 5 Luftmaschen + 1 feste Masche in den nächsten Bogen, bis du einmal rundherum bist.
In den nächsten Runden bleibt das Prinzip gleich, nur vergrößerst du die Bögen um 1 Luftmasche. In Runde 7 häkelst du also 6 Luftmaschen, in Runde 8 sind es 7 Luftmaschen zwischen den festen Maschen und so weiter.
Wenn dein Netz rundherum etwa 2 cm kleiner ist als dein Ring, ist die richtige Größe erreicht. Lege deine Häkelarbeit zum Testen einfach in den Ring und ziehe sie an zwei Seiten auseinander. Lässt sie sich gut auf den Ringdurchmesser dehnen, ohne dass du großartig daran zerren musst, ist sie fertig. Dann beendest du die letzte Runde mit einer festen Masche in den nächsten Bogen, schneidest den Faden ab und vernähst ihn.
Den Traumfänger basteln
Um das Netz am Ring zu befestigen und es gleichzeitig gleichmäßig zu spannen, habe ich es zuerst oben festgebunden. Dieses Garnstück habe ich gleich etwas länger gelassen und als spätere Aufhängeschlaufe verknotet.
Anschließend habe ich das Netz mit einem langen Garnstück unten befestigt und diesen Faden einfach hängen lassen. Danach habe ich das Netz noch an den beiden Seiten festgeknotet. Dadurch war es schon einmal grob gespannt.
Erst dann habe ich ein langes Garnstück genommen und das Netz damit rundherum fixiert. Dafür habe ich das Garn unter Spannung abwechselnd einmal um den Ring und einmal um einen Luftmaschenbogen geführt. Ich finde das Spannen mit 4 Fixpunkten einfacher als komplett frei Hand.

An der Unterseite habe ich ein bisschen Deko angebracht: ein paar Garnstücke mit und ohne Perlen und eine Feder aus Garn. Ich habe meinen Traumfänger eher dezent gelassen. Hier kannst du aber natürlich ganz nach dem vorgehen, was dir am besten gefällt und was deine Bastelkiste so hergibt …




