Aufgeribbeltes Garn glätten, aufwickeln – und wiederverwenden

Beitragsbild zu aufgeribbeltes Garn glättenBeim Stricken und Häkeln kommt es immer wieder vor, dass ein Projekt nicht so wird wie gedacht – zum Beispiel, weil das Design dann doch nicht gefällt oder die Größe nicht stimmt. Manchmal legt man eine Arbeit auch zur Seite und stellt irgendwann später fest, dass man sie nicht beenden wird und das Garn eigentlich lieber für etwas anderes verwenden würde.

Viele Garne lassen sich gut wieder aufribbeln. Deshalb wäre es schade, solche Strick- oder Häkelstücke zu entsorgen. Zumal es Geld und Ressourcen spart, ein schon verarbeitetes Garn wiederzuverwenden.

Aber: Wenn du eine Arbeit aufribbelst, wellt sich das Garn. Würdest du direkt wieder mit dem gekräuselten Garn stricken oder häkeln, wird das Maschenbild oft ungleichmäßig. Deshalb lohnt es sich, das Garn zu glätten, bevor du es erneut verarbeitest. Und welche Methode ich dabei anwende, zeige ich dir in diesem Beitrag …

Ein Tipp vorab

Vielleicht hast du die Banderole des Garns aufgehoben und dir Notizen zum Projekt gemacht. Wenn nicht, miss die Arbeit aus und notiere dir die Maschen- und Reihenzahl im verwendeten Muster, bevor du sie auflöst. So kannst du dir später vielleicht eine weitere Maschenprobe sparen.

Das aufgeribbelte Garn glätten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du ein aufgeribbeltes Garn wieder glatt bekommst. Du kannst das Garn zum Beispiel waschen, anschließend spannen und dann in gespanntem Zustand trocknen lassen. Ich persönlich finde es aber schwierig, lange, nasse Fäden quer durch die Wohnung zu spannen, damit sie trocknen können. Ich mache es deshalb anders.

Für meine Methode brauchst du ein hitzebeständiges Gefäß, zum Beispiel eine Glasflasche oder ein Einmachglas. Dann gehe ich so vor:

  • Die Arbeit Stück für Stück aufribbeln und das Garn straff um das Gefäß wickeln.
  • Wenn das ganze Garn aufgewickelt ist, das Gefäß mit kochendem Wasser füllen, schließen und am besten über Nacht stehen lassen. Achtung: Die Flasche wird heiß – fasse sie deshalb am besten nur dort an, wo sich dein Garn befindet.
  • Am nächsten Tag (oder sobald das Wasser komplett abgekühlt ist) kannst du das Garn wieder abwickeln – und es ist glatt.

aufgeribbelte Wolle um Gefäß spannen

Bei manchen Garnen reicht es aus, sie nur um das Gefäß zu wickeln. Andere Garne hingegen wirken aufgewickelt glatt, kräuseln sich aber gleich wieder, wenn du sie vom Gefäß nimmst.

Das heiße Wasser ist deshalb die sichere Methode. Warum? Weil die Hitze den gleichen Effekt hat wie ein Bügeleisen. Die Kombination aus straffer Wicklung und Wärme glättet das Garn – ähnlich, wie wenn du einen Stoff auseinanderziehst und bügelst.

Das geglättete Garn aufwickeln

Auch beim Aufwickeln eines Garns hat vermutlich jeder seine bevorzugte Methode. Manchmal wickle ich ein Garn zu einer Kugel. Noch lieber nutze ich aber eine Papprolle von Toilettenpapier. Und zwar so:

  • Auf einer Seite einen kleinen Schlitz in die Rolle einschneiden und das Fadenende dort einklemmen.
  • Dann das Garn gleichmäßig rundherum um die Papprolle wickeln.

Garn auf Rolle aufwickeln

Bei mir ist das Garn so ordentlicher gewickelt als bei einer Kugel. Außerdem sind die „Knäule“ gleich groß und lassen sich dadurch bis zu ihrem Einsatz schön übersichtlich stehend oder liegend in der Vorratskiste verstauen.

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