Eigentlich ist Häkeln nicht sooo schwer. Ich selbst habe mich zwar auch lange Zeit nicht herangetraut. Denn ich komme vom Stricken – und das fühlt sich für mich viel vertrauter an. Aber irgendwann hat mich das Häkelfieber dann doch erwischt. Und es gibt Projekte, die sich einfach besser fürs Häkeln eignen …
Für den Anfang brauchst du jedenfalls nicht viel: Garn, eine Häkelnadel und ein bisschen Zeit zum Ausprobieren reichen. Alles andere ergibt sich von selbst …
Damit du loslegen kannst, habe ich dir in diesem Beitrag die allerwichtigsten Häkel-Grundlagen einmal kompakt zusammengefasst – als Text und in Bildern.
1. Der Anfangsknoten
Jede Häkelarbeit beginnt mit dem Anfangsknoten. Er wird auch Anfangsschlinge oder Anfangsschlaufe genannt und ist der allererste Knoten, mit dem du dein Garn und deine Häkelnadel zusammenbringst.
Es gibt etliche Varianten für den Anfangsknoten. Probier also ruhig aus, was für dich am besten funktioniert. Ich zeige dir meinen Weg:
- Lege den Faden zu einer kleinen Schlaufe. Das Fadenende liegt dabei unten.
- Halte die Schlaufe an der überkreuzten Stelle fest und hol den Faden, der vom Knäuel kommt, mit der Häkelnadel durch die Schlaufe.
- Halte die Häkelnadel in der einen Hand und zieh mit der anderen Hand am Arbeits- und am Endfaden. So zieht sich der Knoten zusammen und du hast eine Schlinge auf der Nadel, mit der du arbeiten kannst.
Die Größe der Schlinge kannst du jederzeit anpassen – einfach etwas enger ziehen oder wieder lockern.

2. Die Luftmasche
Eine Kette aus Luftmaschen bildet die Basis für viele Häkelprojekte. Außerdem brauchst du Luftmaschen, um Reihen zu beginnen, Runden zu beenden und Lochmuster zu häkeln. Eine Luftmasche geht so:
- Greife den Faden mit dem Haken der Häkelnadel und zieh ihn durch die Schlinge auf deiner Nadel.
Mehrere Luftmaschen hintereinander ergeben eine Kette, die wie ein kleiner geflochtener Zopf aussieht.

Kurz zu Wendeluftmaschen
Am Anfang einer Reihe oder Runde ersetzen eine oder mehrere Luftmaschen die erste Masche. Sie sind notwendig, damit deine Arbeit an den Rändern gerade wird, du Runden schließen kannst und dir am Ende keine Maschen fehlen. Wie viele Luftmaschen du häkelst, hängt von den Maschen ab. Meistens gilt:
| Masche | wird ersetzt durch |
| feste Masche | 1 Luftmasche |
| halbes Stäbchen | 2 Luftmaschen |
| Stäbchen | 3 Luftmaschen |
| Doppelstäbchen | 4 Luftmaschen |
In einer Anleitung ist aber angegeben, wie viele Wendeluftmaschen du brauchst und ob du sie als eine Masche zählst oder nicht.
3. Die feste Masche
Feste Maschen sind die vielleicht wichtigsten Grundmaschen. Sie ergeben ein festes und dichtes Gewebe. Dadurch sind sie optimal für alles, was stabil sein soll – Topflappen, Taschen oder auch Ränder zum Beispiel.
- Steche in eine Masche ein und hol den Faden durch diese Masche. Damit hast du jetzt zwei Schlingen auf deiner Nadel.
- Hole den Faden noch einmal und zieh ihn durch die beiden Schlingen.

4. Das halbe Stäbchen
Halbe Stäbchen sind etwas höher als feste Maschen. Das Gewebe ist recht stabil, aber etwas weicher und elastischer als mit festen Maschen.
- Mache zuerst einen Umschlag, indem du den Faden einmal um die Häkelnadel legst.
- Steche in eine Masche ein und hol den Faden durch. Jetzt hast du drei Schlingen auf der Nadel: die Arbeitsschlaufe, den Umschlag und die Masche.
- Greife den Faden nochmal und zieh ihn auf einmal durch alle 3 Schlingen.

5. Das Stäbchen
Stäbchen sorgen für ein weiches Gewebe. Sie sind vielseitig einsetzbar, etwa für Kleidung, Accessoires und Kissenhüllen oder Decken. Die Vorgehensweise ist wie beim halben Stäbchen, nur dass du die Schlingen nacheinander bearbeitest:
- Mache einen Umschlag, steche in die Masche ein und hol den Faden – 3 Schlingen liegen auf der Nadel.
- Hole den Faden erneut und zieh ihn durch die ersten 2 Schlingen auf deiner Häkelnadel. So sind 2 Schlingen übrig.
- Greife den Faden nochmal und hol ihn durch die 2 übrigen Schlingen.

Stäbchen gibt es in mehreren Versionen, die unterschiedlich hoch sind. Das sind dann zum Beispiel Doppelstäbchen oder Dreifachstäbchen. Gehäkelt werden sie alle nach dem gleichen Prinzip. Der Unterschied ergibt sich daraus, dass du am Anfang nicht nur einen Umschlag, sondern zwei, drei oder mehr Umschläge machst.
6. Die Kettmasche
Kettmaschen arbeitest du eher selten als eigenständige Maschen. Du verwendest sie hauptsächlich, um Maschen zu verbinden, Runden abzuschließen oder um an eine bestimmte Stelle in der Häkelarbeit zu kommen.
- Steche in eine Masche ein, hol den Faden und zieh ihn direkt durch die Masche und die Schlinge auf deiner Nadel.

Ein paar Tipps, um häufige Fehler zu vermeiden
Mit den 6 Maschenarten kannst du schon den Großteil aller Häkelanleitungen und -projekte umsetzen. Ein paar kurze Tipps, die mir geholfen haben, habe ich aber noch für dich:
Steig mit einem schlichten Garn ein.
Starte zum Üben und für deine ersten Arbeiten am besten mit einem mitteldicken, glatten Garn und einer Häkelnadel in Größe 4 bis 5 mm. So werden die Maschen groß genug, dass du sie gut erkennen und zählen kannst.
Sehr dünne, fransige oder extrem dicke Garne machen den Einstieg unnötig schwer.
Zähle deine Maschen.
Hast du eine Reihe oder Runde fertig, zähle die Maschen noch einmal durch. So stellst du sicher, dass du keine Masche vergessen oder zu viele Maschen gehäkelt hast. Vor allem am Ende einer Reihe passiert es gerne mal, dass man die letzte Masche übersieht.
Und denk an die Wendeluftmaschen am Anfang, auch wenn sie nicht extra erwähnt werden.
Häkle nicht zu fest.
Gerade anfangs neigt man dazu, die Maschen zu straff zu ziehen. Versuche, den Faden locker durch die Finger gleiten zu lassen.
Wie du den Faden hältst, ist Geschmackssache. Ich lege den Faden nur einmal lose um den Zeigefinger. Andere wickeln ihn mehrfach herum oder legen ihn zusätzlich um den kleinen Finger. Hier musst du einfach ausprobieren, was für dich am besten funktioniert. Aber mach dir keinen Stress – mit der Zeit findest du ganz von selbst deine Technik.
Lass die Fäden lieber länger.
Auch wenn du kein Material vergeuden willst, solltest du den Anfangs- und den Endfaden nicht zu kurz machen. Denn damit sich nichts löst, werden die Fäden am Ende eingehäkelt oder vernäht. Aber je kürzer sie sind, desto fummeliger wird es. Lass die Fäden deshalb lieber ein paar Zentimeter länger – abschneiden kannst du sie immer noch.




