
Ich glaube, niemand kann auf Knopfdruck kreativ sein – nicht einmal ein erfahrener Profi-Künstler. Und ich glaube, jeder kennt diese Phasen, in denen er 1000 Ideen für neue Projekte hat, aber auch die Momente, in denen einem so gar nichts einfallen will. Das führt zu der Frage: Woher nimmt man eigentlich kreative Ideen? Lass mich ein bisschen aus meinem Nähkästchen plaudern …
Das alltägliche Leben
Eine meiner größten Inspirationsquellen ist das ganz normale Leben. Beim Einkaufen, beim Bummel durch die Fußgängerzone, bei Spaziergängen in der Natur, in Cafés und Restaurants, wenn ich jemanden bei sich daheim besuche, im Urlaub: Oft sehe ich Materialien, Gegenstände oder eine Deko, die mir gut gefallen. Und in meinem Kopf beginnt das Überlegen, was ich daraus machen könnte oder wie ich etwas davon aufgreifen und in Szene setzen würde.
Manchmal entstehen Projekte auch einfach aus der Notwendigkeit heraus. Ich brauche etwas, finde aber nichts, das passt oder mich wirklich überzeugt. Dann suche ich nach einer Lösung, die für mich stimmig ist.
Eine andere Quelle für Ideen ist der Jahresverlauf. Ob die Jahreszeiten, Feiertage oder Anlässe und Ereignisse, die anstehen: Viele DIY-Projekte entwickeln sich einfach aus dem Moment heraus.
Andere Anleitungen
Natürlich sind auch Video-Tutorials und Anleitungen auf anderen Blogs eine wunderbare Fundgrube für Ideen. Denn ganz ehrlich: Wir alle können das Rad nicht neu erfinden. Aber jeder setzt Ideen auf seine eigene Art um und verleiht ihnen seine persönliche Note, eine individuelle Handschrift. Und Anleitungen sind ja gerade dazu da, zu inspirieren und zum Nacharbeiten anzuregen.
Ich finde es total schön und spannend, zu sehen, was andere gestalten und wie sie es tun. Aber auch wenn sich zum Beispiel ein*e Strickdesigner*in viel Arbeit gemacht und bei einem Entwurf natürlich etwas gedacht hat, stehe ich mit bestimmten Techniken einfach auf Kriegsfuß (verkürzte Reihen oder Wickelmaschen zum Beispiel). Dann probiere ich aus, wie ich auf ein ähnliches Ergebnis kommen könnte, nur eben auf meine Weise.
Es ist ein bisschen wie mit Kochrezepten: Sie bilden die Grundlage und geben den Rahmen vor. Aber ich tausche manche Zutaten aus, lasse ein paar weg oder füge andere hinzu – abgestimmt auf meinen Geschmack und meinen Vorratsschrank.
Naja, und manchmal sehe ich Anleitungen, die mich ein bisschen zu sehr an Hochglanzmagazine erinnern. Die Fotos sind wunderschön und die Ergebnisse wirken perfekt. Nur steht mir weder ein ganzes Atelier zur Verfügung, noch ist meine Wohnung Instagram-tauglich durchgestylt. Dann überlege ich, ob und wie ich so eine Idee herunterbrechen kann, damit sie in mein – ganz normales – Zuhause passt. Und wie ich ein Ergebnis hinbekomme, mit dem ich zufrieden bin, auch wenn es nicht in bester Stockfoto-Manier in der perfekten Kulisse steht.
Und hier im Blog?
Ich weiß: Jeder Profi sagt, man braucht einen Redaktionsplan. Er bündelt die Ideen und legt fest, wann welche Beiträge veröffentlicht werden. Nur weiß ich, wie ich bin. Ich kann mir zwar einen Plan machen – aber ich halte mich sowieso nicht daran, wenn mir spontan etwas anderes einfällt. Und genau so ein fester Rahmen würde meine Kreativität eher ausbremsen.
Deshalb mache ich es anders: In kreativen Phasen schreibe ich mir alle Ideen auf, die mir in den Kopf kommen. Ungefiltert und wild durcheinander. Und wenn dann eine Zeit kommt, in der mir die Ideen fehlen, greife ich auf meine Liste zurück und arbeite sie ab.
Und wie machst du es?
Was inspiriert dich? Ich bin gespannt auf deine Ideen-Fundgruben!
