Beim Stricken und Häkeln kommt es regelmäßig vor, dass du einen neuen Faden ansetzt – zum Beispiel bei einem Farbwechsel oder weil du ein Knäuel aufgebraucht hast. Die klassische und gleichzeitig saubere Methode ist dann, die beiden Fadenenden zu vernähen. Je nachdem, wie oft du einen neuen Faden ansetzt, kann das Vernähen aber ganz schön aufwändig werden.
Eine andere Möglichkeit ist, die Fadenenden gleich mit einzuarbeiten. Dabei umhäkelst du die Enden oder strickst sie mit ein. Beim Häkeln funktioniert das meistens gut. Beim Stricken hingegen kann es je nach Garn und Muster sichtbar werden, dass einige Maschen mit doppeltem Faden gestrickt sind.
Es gibt aber noch einen dritten Weg, wie du vorgehen kannst: die Garnenden direkt miteinander verbinden. Auch hier gibt es wieder verschiedene Methoden. Naturgarne kannst du zum Beispiel verfilzen, mehrfädige Garne verzwirbeln oder kompakte Garne ineinander vernähen.
Noch schneller und einfacher ist aber, die Garnenden miteinander zu verknoten. Ich zeige dir zwei Varianten dafür: den magischen Knoten und eine noch flachere Version.
Garne mit dem magischen Knoten verbinden
Einen ganz normalen Knoten zu knüpfen, ist keine gute Idee. Denn zum einen würde dadurch ein unschöner Knubbel entstehen und zum anderen könnte sich die Verbindung wieder lösen. Deshalb brauchst du einen anderen Knoten.
Der sogenannte magische Knoten, auch bekannt als Weberknoten, ist eine gute Lösung. Er ist nicht nur flach und unauffällig, sondern auch sehr stabil. Selbst wenn du die Enden ganz dicht am Knoten abschneidest, geht er nicht mehr auf.
Den magischen Knoten knüpfst du so:
- Lege die beiden Garnenden übereinander. Der obere Faden zeigt nach links, der untere nach rechts.
- Führe den unteren Faden unter dem oberen Faden nach oben.
- Führe den unteren Faden wieder zurück nach unten und lege ihn zu einer Schlaufe.
- Schiebe das Fadenende von unten durch die Schlaufe und ziehe es nach rechts heraus. Du schlingst das Ende also im Prinzip um die Schlaufe herum, sodass sich ein Knoten bildet.
- Ziehe den Knoten fest.

Auf der anderen Seite knüpfst du den gleichen Knoten noch einmal, jetzt aber seitenverkehrt:
- Lege den oberen Faden über den unteren Faden nach unten.
- Führe den Faden zurück nach oben und lege ihn zu einer Schlaufe.
- Schiebe das Fadenende von oben durch die Schlaufe und ziehe es nach links heraus.
- Ziehe den Knoten fest.

Nun ziehst du an den beiden langen Enden. Dadurch schieben sich die kleinen Knoten zusammen und der magische Knoten ist fertig. Zum Schluss schneidest du die überstehenden Enden ganz nah am Knoten ab.

Garne noch flacher verknoten
Obwohl der magische Knoten Garne im späteren Gewebe kaum sichtbar miteinander verbindet, gibt es noch einen anderen Knoten, der super funktioniert. Er ist noch kleiner, flacher und unauffälliger, gleichzeitig aber genauso stabil. Und ich persönlich finde ihn auch einfacher.
So geht der Knoten:
- Lege die beiden Garnenden nebeneinander, die Enden zeigen nach oben.
- Lege den rechten Faden über den linken → rechts über links.
- Schlinge den rechten Faden um den linken herum, um einen Knoten zu bilden, und lege das Ende danach wieder nach oben.

- Lege den linken Faden über den rechten → links über rechts.
- Schlinge auch den linken Faden für einen Knoten um den rechten herum.
- Ziehe nun an den kurzen und den langen Fäden, um den Knoten festzuziehen.

Ich ziehe danach noch einmal an den langen Fäden, damit der Knoten ganz fest sitzt. Danach kannst du die Enden dicht am Knoten abschneiden.




